Wow, kann man da nur sagen! Der laufende Tarifvertrag der EVG mit der Deutschen Bahn endet zwar zum 31. März, die erste Lohnerhöhung gibt es aber erst ab Juli 2025! 2% sollen es zunächst mal sein, was die Mitglieder der Gewerkschaft sicher höchst erfreulich finden dürften, wenn man sarkastisch ist, denn die Teuerungsrate lag bei 2,6% im letzten Jahr. Das heißt also, die Lohnerhöhung gleicht nicht einmal die Inflationsrate aus. Dafür läuft der Tarifvertrag nun aber auch „nur“ über 33 Monate, ganz im Gegensatz zu den enormen 37 Monaten, welche die Bahn verlangt hatte. Im kommenden Jahr sollen es dann 2,5% mehr sein und der Rest folgt dann vermutlich am Sankt Nimmerleinstag, ähm im Dezember 2027. Ja, man frägt sich unwillkürlich, ob sich da das Verhandeln wirklich gelohnt hat und wie die Mitglieder zu diesen „herausragenden“ Vereinbarungen stehen? Bei manch einem Gewerkschaftsmitglied stellen sich regelmäßig die Haare im Nacken auf, wenn sie nur die Namen der „Verhandlungsführer“ Ingenschay und Loroch hören. Dabei sei die Einigung, nach Ingenschay, „ganz nah an unserer Forderung“! Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Immerhin können sich die Mitglieder damit trösten, die Sanierungsmaßnahmen bei der Deutschen Bahn zu einem nicht unerheblichen Teil mit ihrem „Verzicht“ auf höhere Löhne unterstützt zu haben. Wenn das mal nichts ist? Da verzichtet man doch gerne auf den sonntäglichen Braten aus Tofu und schiebt sich statt dessen ein Schnitzel aus einer Scheibe Sellerie in den Hals, wenn man es sich leisten kann! Wir sind schon einmal gespannt, was die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für ihre Mitglieder herausholen kann. Dann geht auch sicher das Gezerre darum wieder los, wer wen in den Betrieben der Deutschen Bahn vertreten können darf!

Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeit der Bahn nur noch bei 62,5 Prozent. Aber das macht ja so viel wie fast überhaupt nichts. Jedenfalls fürs Management. Die lassen sich bestimmt auch weiterhin Champagner und Kaviar schmecken, um den Hummer herunter zu spülen. Denn deren Boni hängen weder von Leistungen, noch von sonst irgend welchen messbaren Ergebnissen ab, außer vielleicht von der Effektivität, mit der es gelungen ist, die Gewerkschaft EVG über den Verhandlungstisch des Hauses zu ziehen, wobei Ingenschay und Loroch die dabei entstehende Reibungshitze sicher als Nestwärme empfunden haben dürften! Immerhin sollen bis 2027 wieder 75 bis 80 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich fahren und/oder ankommen. Wenigstens dass könnte dann die Gewerkschaft ihren Mitgliedern als Erfolg verkaufen – für wen auch immer!

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