Was es nicht alles gibt. „Dankbarkeit“ verringere das Sterberisiko um 9 %. So weit so gut. Also überlegt euch doch einmal, wofür ihr dankbar sein könntet, um nicht sofort dahinzuscheiden. Früher dachte ich immer, man könne das Sterberisiko drastisch senken, wenn man einfach später stirbt, denn wer früher stirbt, ist länger tot! Soll ich also auch so eine Liste der Dankbarkeit machen? Na gut, wenn ihr es so wollt:

Ich bin dann also mal dankbar für…

– den grässlich Heuschnupfen, unter dem ich seit mehr als 50 Jahren leide, außer im vergangenen Jahr, da hab ich wegen meiner Krebserkrankung derartige Unmengen von Cortison gefressen, das dies zum einmaligen Ausfall des so lieb gewonnenen Heuschnupfens führte!

– dass ich das Gymnasium nicht geschafft habe und mich plötzlich in der Hauptschule wieder fand. Das war eine sehr neckische Erfahrung, denn dort lernte ich viele Menschen kennen, die ich heute noch treffe, obwohl ich nur 2 Jahre lang dort gewesen bin.

– die Zeit bei der Bundeswehr, als ich dauerhaft gemobbt wurde, weil ich Offiziersanwärter war, was dann dazu führte, dass ich meine Unteroffiziere wegen ihrer ausufernden Dummheit und menschlicher Unzulänglichkeiten verprügelt und mich unerlaubt von der Truppe entfernt habe. Das brachte mir in der Folge eine Verhandlung vor dem Truppendienstgericht und 6 Wochen Haft ein, sowie eine Degradierung. Es zeigte mir aber immerhin, dass ich nicht für Befehl und Gehorsam geschaffen bin und seither grundsätzlich alles hinterfragen!

– die bahnbrechende Erkenntnis, dass (zumindest in meinem Falle) das Einzige, auf das du dich verlassen kannst, die Familie ist!

– die Altheimererkrankung meines Vaters, die dazu führte, dass er mich für seinen Bruder hielt und auch, wenn er nicht mehr sprechen konnte, war es möglich, sich mit ihm per Händedruck in einer Art Morsecode zu unterhalten, wenn ich ihn im Pflegeheim besuchte. Ich war bei ihm, als er seinen letzten Atemzug tat. Es war das erste Mal seit Jahrzehnten dass ich weinen konnte, als er gegangen war.

– für den Krebs, an dem ich erkrankt bin und der im Februar bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt und diagnostiziert wurde und der mir seither das Leben so richtig schwer machte. Der mich aber gleichzeitig erkennen ließ, dass ich von Leuten umgeben bin, die zu mir stehen und mich bedingungslos unterstützen, sowohl in der Familie, als auch in der Firma!

– für die Chemotherapie, die mich lehrte, wie toll es eigentlich ist Schmecken und Riechen zu können, auch wenn es bis heute zu gelegentlichen Fehlfunktionen kommt.

– die Tatsache, dass die Welt immer mehr nach rechts verrutscht und aus Humanität Hass und aus Miteinander Konfrontation wird…

Sonst ist alles in Ordnung,  denke ich! Aber das ist selbstverständlich nur meine eigene,bescheidene persönliche Meinung! Und nun hoffe ich, dass mir diese Bekenntnisse wenigstens 9 % geringeres Sterberisiko eingebracht haben, denn sonst wäre es ja für den Arsch gewesen! Und es wirft die entscheidende Frage aller Fragen auf, nämlich ob die Damen und Herren Professoren in Harvard eigentlich nichts anderes zu tun haben?

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