Man kann ja durchaus harten Herzens durch diese Welt gehen, ohne nach links und nach rechts zu sehen, so wie Friedrich Merz das macht. Hauptsache die AfD stimmt gemeinsam mit der Union für die härtere Gangart gegen die bösen Migranten. Oder Donald Trump, der auf den Rest der Welt schaut, als handele es sich dabei durchweg um einen Haufen von schmatrotzenden Vollidioten, die ihn daran hindern, zu einer geradezu göttlichen Erscheinung zu werden. Auch ich habe eine harte Schale um mich herum gebildet, um nicht an der Tatsache zu verzweifeln, dass die ganze Welt verrückt geworden ist, weil ihr nichts anderes ein fällt, um gegen die – zugegebenermaßen – sehr großen Probleme dieser Welt anzugehen, als rechten, faschistischen und autoritären Idioten ihre Stimme zu geben und andere Menschen, die es im Leben nicht so leicht haben, wie beispielsweise hier in Europa, zu Sündenböcken zu machen. Geschieht ein Mord, dann waren es die Ausländer! Wird irgendwo etwas gestohlen, dann waren es die Polen! Droht (vermeintliche) Überfremdung, dann waren das die Moslems, weil die ja nur gewalttätig sein können. Oder die Chinesen, die überfluten den Markt mit ihren Billigprodukten, vor allem kleinen Elektroautos und dabei zerstören sie die edle deutsche Automobilindustrie! Ja, immer sind die Ausländer schuld am Elend der Welt, überall auf dem Planeten. Und dabei habe ich noch nicht einmal über Russen, Islamisten und sonstiges Gesindel geredet. Aber weil mir das alles manchmal gehörig gegen den Strich geht, muss ich nun auch mal Mitgefühl zeigen, wie es mich meine lieben Eltern gelehrt haben, als ich noch ein kleiner Junge war. Also ging ich, als ich heute in der Stadt war um einige Dinge einzukaufen, zu einem Straßenmusikanten, der auf einer Gitarre herum zupfte und ein, für mich nicht zu identifizierendes, Lied schrammelte. Ich legte 5 Euro in seine Kaffeedose, die er vor sich auf dem Boden stehen hatte und ging flotten Schrittes weiter. Er nickte mir freundlich zu, als sich unsere Blicke kurz trafen.
Ich fühlte mich gut und in einem Anflug von Gefühlsduselei und Humanitas setzte ich mich in ein Café und las die Zeitung, die sie dort ausgelegt hatten. Was ich dort las, erschütterte mich zutiefst. Elon Musk himself teilte im Tagesspiegel erzürnt mit, er käme mit seinem Saftladen „X“ ja kaum über die Runden. Er sei auch unzufrieden mit den Geschäften und dergleichen Salbaderei mehr. Zwar halte ich ihn für einen der am meisten überschätzten Menschen die es derzeit auf der Welt gibt, aber lassen wir das jetzt. Er leidet unter der Situation bei „X“, man muss das verstehen. Tesla ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Weil alle Musk für ein scheunentorgroßes Arschloch halten, und dazu hat er mit seinem extravaganten, mehr als asozialen und vor allem rechtsradikalen Verhalten selbst den Grundstein gelegt. Dabei kann er nichts dafür. Er soll nacheigener Aussage autistisch sein. Das entschuldigt so gut wie alles. Nun ist zwar sein Kumpel und stiefväterlicher Freund Donald Trump mit seiner Unterstützung Präsident der USA geworden, zum wiederholten Male, wie ich bedauernd hinzufügen muss, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Finanzielle Unterstützung kann er von dem Mann, der unter ihm Präsident sein darf, nicht erwarten. Und er selbst hat ja auch nicht mehr viel Vermögen, weil er hunderte von Millionen Dollar in den Wahlkampf Trumps gesteckt hat, um ihm zum Sieg zu verhelfen. Da bleibt logischerweise nicht mehr viel übrig, wenn man nur über knappe vier- oder fünfhundert Milliarden Dollar verfügt, nicht wahr? Da schreit geradezu nach einem Leben in aller Bescheidenheit. Große Sprünge sind da nicht möglich, das dürfte jeder verstehen. Da ich also gerade so humanitär veranlagt bin, habe ich beschlossen, Elon Musk unter die schwächlichen Arme zu greifen. Ich weiß nur noch nicht genau wie. Vielleicht sollte ich auf go-fund-me eine Croudsourcing-Kampagne starten, auf das Spenen gesammelt würden, um seine Geschäfte wieder auf Vordermann zu bringen. Ja, es gibt da einige die behaupten, es sei seine Schuld, dass die Unternehmen, die er kaufen oder gründen zu müssen glaubte, nun nicht so laufen, wie er das gerne hätte. Mit seinem Charakter, den ich mal einfach als mies bezeichnen möchte, verschreckt er die Leute. Wer will schon einen Tesla kaufen, wenn er damit einen Menschen unterstützt, der den guten Donald gerade rechts außen überholt? Da muss mansich ja schämen. Oder seine Social-Media-Plattform „X“, in der Nazis und anderes Geschmeiß unter dem Vorwand der „freien Rede“ ihre Hetze verbreiten dürfen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Soll er nun Not leiden, oder gar Hungers sterben, der Arme? Sollen seine 12 Kinder von 14 Frauen nun leben wie der Pöbel? Mal abgesehen von seiner Transtochter, die sich von ihm losgesagt hat, weil er sie verstoßen hat? Ach wisst ihr was? Er kann von mir aus pleite gehen und sich dann eine güldene Kugel Ferrero Rocher in den Kopf schießen. ich meine, dabei würde er sowieso keine lebenswichtigen Teile treffen, mangels Massen!
Links:
- „Wir kommen kaum über die Runden“: Elon Musk soll unzufrieden mit dem X-Geschäft sein (Artikel auf tagesspiegel.de vom 25.01.2025)
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