Während vor gar nicht mal so langer Zeit alle Welt, besonders, wenn sie reich und schön, oder auch wenn sie nur reich, aber weniger schön war, bei René Benkos geradezu legendären Partys in seinen Häusern ein und aus ging um sich verwöhnen zu lassen, tut heute erstaunlicherweise jeder so, als habe man schon immer etwas geahnt und empört sich öffentlichkeitswirksam über den bösen und zwielichtigen Buben aus Österreich. Ganz besonders peinlich ist die Insolvenz von hunderten Firmen aus dem Dunstkreis der Benko-Holding für die politische Nomenklatura aus der Alpenrepublik und sonst woher, denn auch sie waren immer da, wenn Benkos Haussklaven Hummer, Kaviarhäppchen und Austern mit edelstem Champagner an die Anwesenden verteilten, um sie abzufüllen und dem Hausherrn gewogen zu machen. Natürlich funktionierte das nicht. Kein Mensch käme auf den Gedanken, dass Benkos Plan gewesen sein könnte, sich unlautere Vorteile zu verschaffen und persönliche Interessenkonflikte irgend eines Politikers in diesem Zusammenhang sind sowieso und garantiert ausgeschlossen. Es gibt wohl keinen politisch wirkmächtigen Menschen, der sich von so etwas einlullen und beeinflussen ließe. Sagen jedenfalls Politiker. Sogar die italienische Justiz fahndet nach dem flotten René unter dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Aber tu felix austria möchte ihren zwielichtigen Spitzbuben lieber selbst behalten und ihm den Prozess machen. Vielleicht findet sich ja noch der ein oder andere Euro in seinem gut versteckten Privatvermögen, seiner Privatstiftung zur Steuervermeidung und oder in seiner Villa in Innsbruck, in der er unter erbärmlichen Bedingungen und mit Unterstützung seiner Familie hausen muss, dass es Gott erbarm. Und wenn´s wer verdient hat, dem Benko seine Kröten abzunehmen, jedenfalls ein paar, dann sind es doch die Ösis, oder? Zwar sind die anderen Schuldner da anderer Meinung, aber sie müssten erst einmal an den Benko heran kommen und das dürfte eher nicht ganz einfach sein, so lange er sich der Sicherheit österreichischer Haftanstalten erfreuen kann. Das sieht der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi in Katar wahrscheinlich deutlich anders. Der hat nämlich auch ein paar hundert Millionen Dollar „investiert“ und nun werden die Verantwortlichen bei den Scheichs sicher ein klein wenig nervös, wenn das Geld nicht wieder zu beschaffen sein sollte. Sie werden es verschmerzen können (müssen!).
Links:
- Zwielichtiger Immobilieninvestor – Behörden nehmen René Benko in Innsbruck fest (Artikel auf spiegel.de vom 23.01.2025)
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