Man kann es wirklich kaum noch hören. Die letzten paar Tage, genauer gesagt, die letzten beiden Tage, die seit der Inauguration des dämlichsten US-Präsidenten ever, waren geprägt und sind es wahrscheinlich auch in Zukunft immer noch, von einem Wort – „Einigkeit“! Alle, die glauben politisch von irgendeiner Bedeutung zu sein, und sei sie auch noch so bescheiden, ergehen sich in fabelhaften Wort- und Satzkonstruktionen, in denen das Wort „Einigkeit“ eine ganz besondere Rolle zu spielen scheint. Und obwohl ich eigentlich die Schnauze von Trump und seinen eratischen Entscheidungen gestrichen voll habe, komme ich nicht umhin womöglich die kommenden vier Jahre seiner (von mir!) unerwünschten Präsidentschaft zu kommentieren und eventuell eine Verlängerung, die er sich selbst genehmigen könnte. Schließlich interessieren ihn gesetzliche Vorgaben nicht, oder? Also machen wir das Beste draus und wir werden gegen ihn bestehen können und auch unsere kleinen und unbedeutenden europäischen Insteressen vertreten können – wenn wir uns einig sind!
Jeder weiß wie lächerlich diese nichtssagende Erklärung ist. Denn wann war sich Europa, respektive die EU, angesichts beispielsweise eines Viktor Orban (Kumpel von Trump und natürlich von Putin!) in Ungarn, eines Robert Fico (Kumpel von Putin) in der Slowakei, einer Georgia Meloni (rechtsradikale Ministerpräsident:In von Italien) die von Trump über den grünen Klee gelobt wird, oder auch eine Marine Le Pen in Frankreich (die gerade so tut, als würde sie den Rechtsextremismus einstweilen abgelegt haben), und dazu noch den Schwachkopf Nigel Farage aus Großbritannien, den Elon Musk zu seinem persönlichen Favoriten für seine politischen Bestrebungen in England erkoren hat! Und mit diesen wollen wir einig sein, um den USA unter Trump, oder gar Russland unter Wladimir Putin entgegen zu treten und unsere (der EU) Interessen zu vertreten? Ich beiße mir vor Lachen fast auf die Zunge.
Das Allerbeste dabei ist der von der CDU/CSU (also der Union) in Deutschland zur Kanzler:Innenkandidat:In ernannte Friedrich Merz, der gerade besonders oft ziemlich schweigsam ist, um keinen Scheiß von sich zu geben. Das erledigt Markus Söder mit großer Zuverlässigkeit für ihn. Mal eben so einen raushauen, das kann er gut, der Söderer und das tut er auch. Allerdings führt Merz ebenfalls gerade das Wort „einig“ und „Einigkeit“ auffällig oft im Munde, er will ja nicht abseits stehen, wenn alle so einig sein wollen um dem Trump in Washington die Hammelbeine langzuziehen und dem Wladimir die Versuchung auszutreiben, sein Glück mit der Eroberung von Mittel- und Westeuropa zu versuchen. Davon sind sicher alle Beteiligten zutiefst beeindruckt. Genauso wie ich. übrigens. Aber irgendwie fehlt dem Herrn Merz die charakterliche Eignung zum Bundeskanzler Deutschlands, finde zumindest ich. Erfahrungen hat er natürlich auch keine, außer vielleicht als Millionär aus dem Black-Rock-Kosmos. Allein diese Tatscahce könnte ihn bei Trump vielleicht in eine Situation bringen, in der er ihn nicht für so überflüssig hält, wie die Eier des Papstes, oder einen Kropf.
Jetzt können wir gespannt wie ein Flitzebogen darauf warten, dass die EU sich einig wird und Druck auf Trump auszuüben versucht. Denn Donald ist nach den Worten Fritze Merz´ (und nicht nur seiner) bekanntlich ein Dealmaker, was auch immer damit im Einzelnen gemeint sein soll. Für mich klingt das eher nach so etwas wie einem Dealer und der verkauft Drogen um den Leuten die Sinne zu rauben und sie in Abhängigkeit zu zwingen, auf dass sie ihm ihr Geld bringen und dann mit weißem Pulver wieder von dannen ziehen, glücklich und zufrieden für den Moment, aber abhängig und pleite. Das verstehe ich unter einem Dealmaker, denn an einem Geschäft auf Gegenseitigkeit, einer win-win-Situation ist er keineswegs interessiert! Wenn seine Kunden an den Drogen verreckt sind, sucht er sich eben neue. Im Zweifel direkt auf dem nächsten Schulhof, oder besser noch vor einem Kindergarten! Aber erstmal müssen wir uns einig werden, oder nicht?
Links:
- Europa in Zeiten von Trump – In Davos betont man die eigene Stärke (Artikel auf tagesschau.de vom 21.01.2025)
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