Ach, was waren sie mit großen Hoffnungen nach Washington gereist. Mit dicken Backen und Freudentränen in den Schweinsäuglein, begeistert von der Aussicht auf eine Mega-Show bei der neuerlichen Inauguration von Donald II. am gestrigen Tage. Zitternd vor Kälte und Vorfreude waren sie angetreten endlich die Bedeutung zu erhalten, die ihnen – nach ihrer eigenen Einschätzung – zusteht, nein zustehen muss. Die Chrupallas, die von Storchs und andere Störch:Innen, der Weidels und was weiß ich, wer sonst noch und dann das – weil man sie dann wohl doch nicht für so bedeutend hielt, wie sie sich selbst, durften sie am Katzentisch der Inauguration platz nehmen, in irgend einem abgelegenen Saal, vor einem Bildschirm und vermutlich hinter eine Säule als Sichtschutz. Immerhin konnten sie internationale Bande knüpfen zu anderen Trump-Fans und Bolsonaro-Jüngern, neben anderen rechtslastigen Schwachköpfen und umschwirrt von auffällig vielen Frauen mit pferdeartigen Gesichtern und allen ihren Zähnen im Oberkiefer. Es war ein wahrhaft verstörender Anblick auf den Bildern des Handelsblattes. Auch Steve Bannons Tochter reihte sich ein und tat. Was wichtige oder vermeintlich wichtige Leute so zu tun pflegen. Sie war anwesend und versuchte eine Präsenz zu zeigen, die sie offensichtlich gar nicht hat. Aber egal. Während die zahlreich eingeladenen AfD´ler, die zu Hauf erschienen waren, um zu Trumps Füßen zu kauern und an seinen Lippen zu hängen, aber dann doch in einer quasi Abstellkammer im Kapitol logieren zu müssen, feierten die Fans und Anhänger der neuen Religion der Dummheit und des Marktradikalismus ihren Helden und beteten den Boden an, auf dem er seine Schweißfüße geparkt hatte. Naja, wem´s gefällt. Mir jedenfalls erschien die ganze Veranstaltung eher wie die Amtseinführung Adolf Hitlers, nach der Ernennung zu Reichskanzler.

Hat sich das nun für die AfD gelohnt? Das darf man getrost bezweifeln. Aber zu Hause, daheim im Reich, werden sie ihren Ausflug über den großen Teich sicher als durchschlagenden Erfolg verkaufen. Insgeheim dürfte ihnen aber auch klar geworden sein, welchen Stellenwert die AfD in den Überlegungen von „D. J. Trump“ hat, wenn er die neue Weltordnung aufzubauen gedenkt – gar keinen! Zu Hause erwartet die AfD in der kommenden Woche dann aber die Realität und hoffentlich eine ausführliche Debatte über den übergeordneten Verbotsantrag zahlreicher Bundestagsabgeordneter, der letztlich zu einem Verbotsantrag vor dem Bundesverfassungsgericht führen soll. Das wäre der wirklich krönende Abschluss einer in jeder Beziehung denkwürdigen Inauguration und der Vorführung der Bedeutungslosigkeit der blauen Vollpfosten in der US-Hauptstadt!

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