Wenn wir uns betrachten, wie man mit dem Fall des saudischen Amokfahrers auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg umging, kann man sich nur verwundert die Augen reiben. Zunächst, direkt nach dem furchtbaren Attentat, war reflexartig zu hören, der Typ sei nie vorher irgendwie in Erscheinung getreten. Er sei nicht als Gefährder aufgefallen und schon gar nicht als Islamist, eher durch seine Neigungen nach rechts hin! Mit jedem Tag, der seither ins Land gezogen ist und mit jeder neuen Presseverlautbarung wurde jedoch offensichtlich, dass das einfach nicht die Wahrheit ist! Mittlerweile scheint klar zu sein, dass dieser Schwachkopf scheinbar mindestens (wir wissen schließlich nicht, zu welchen „Erkenntnissen“ man in der kommenden Woche gelangt sein könnte) 105 mal aktenkundig geworden ist in den vergangenen Jahren und das in wenigstens 6 Bundesländern. Das ist schon ein augenfälliger Unterschied im Vergleich zu der strammen Aussage zu Beginn der Ermittlungen, er sei noch nie in Erscheinung getreten! Dazu kommt die Erkenntnis, dass auch einige Geheimdienste vor der Gefahr durch diesen Kerl gewarnt hatte. Wie man hört, nicht nur aus Saudi-Arabien, sondern auch aus Großbritannien und was weiß denn ich woher noch! Da stellt sich schon die Frage, wer hier versagt hat. Wenn so eine Latte an strafrechtlich relevanten Einträgen nicht ausreicht, nachhaltig gegen diese augenscheinliche Gefahr vorzugehen, wenn mehrere Verurteilungen nicht ausreichen, um dem Mann den Flüchtlingsstatus zu entziehen, oder zu klären, warum man ihm den überhaupt zuerkannt hatte, obwohl seine Neigungen bekannt gewesen sein dürften, sich aggressiv zu äußern, Menschen zu bedrohen, rechtsextremistisch und antiislamisch aufzufallen, und dergleichen mehr, fragt man sich schon, wo das System versagt hat. Meiner bescheidenen Meinung nach direkt am Anfang! Daten sollen nicht abgeglichen worden sein zwischen den Behörden (vermutlich mit der Begründung des Datenschutzes der betreffenden Person?). Tja und nun stehen sie alle bedröppelt da und fragen (rein rhetorisch natürlich!) was können wir tun, was lief falsch? Die AfD, deren erklärter Fan der Depp aus Saudi-Arabien gewesen ist und die hinter seiner Amoktat (vermutlich weil´s besser in die Ideologie des Ausländerhasses passt?) von Magdeburg einen islamistischen Anschlag zu sehen behaupten, ergeht sich weiter in Hetztiraden und feixt angesichts der 6 Ermordeten und mehr als 300 Verletzten ob dieser Chance, damit Wahlkampf zu machen. Es geht ihnen dabei nicht um die Opfer, oder darum, solche Taten in Zukunft zu verhindern. Es geht ihnen schlicht darum, solchen Wahnsinn für ihre Politik zu nutzen und abertausende AfD-Wähler springen darauf an und fallen auf das Gelaber herein! Im Innenausschuss wird derweil betroffen gejammert und „Nie wieder!“ gesagt, dabei dürfte klar sein, was passiert! Nichts! Ein bisschen juristische Kosmetik nach außen, damit man behaupten kann, man hätte es ja versucht und gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass es 100 % Sicherheit nicht geben kann! Auf Deutsch heißt das aber nicht mehr und nicht weniger als: „Selbst wenn wir jetzt etwas unternähmen, so wird bald der nächste Mörder kommen und seine geplante Untat durchführen. Also warum sollten wir überhaupt irgendetwas machen? Es reicht doch, wenn wir Betroffenheit zeigen!“ Das betrifft nicht nur die SPD und die Grünen. Auch die Union ist da keinen Deut besser! Nur das Gelaber ist noch schlimmer! Hauptsache immer rechts an der AfD vorbei in der Hoffnung, sie auf der rechten Spur überholen zu können. Aber das wird nicht funktionieren. Da können Fritze Merz und Söderer Markus noch so laut lamentieren. Das ist eindeutig für den Arsch!

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