Eines muss man Olaf Scholz lassen. In den letzten Tagen hat er mehr gelabert, als in den ganzen drei Jahren seiner glorreichen Kanzlerschaft, als er den Schweigsamen gab und (wie selbstverständlich) davon auszugehen schien, dass seine Politik schlicht selbsterklärend sei! Jedenfalls für ihn. Man sollte dabei nun aber nicht außer acht lassen, dass wir jetzt Wahlkampf haben. Denn durch eigenes Unvermögen und den Verrat der FDP ist die Ampel-Koalition zerbrochen, wobei man getrost davon ausgehen kann, dass genau dies von den Liberalen gewollt und provoziert wurde. Wahrscheinlich schon von Anfang an. Als das Ende kam, und der neue Wahltermin vom Bundespräsidenten verkündet wurde stellte sich gleich auch die Frage des neuen Kanzlerkandidaten der SPD und, wer hätte das gedacht, Olaf Scholz wurde es nach einigem hin und her. Zwar gab es den ein oder anderen Alternativvorschlag, zum Beispiel wurde Boris Pistorius ins Spiel gebracht, weil er in Deutschland ob seiner Fähigkeiten und seiner tatkraft äußerst beliebt ist, aber ganz offensichtlich legte man ihm von Seiten der Parteiführung nahe, nicht für die Kanzlerkandidatur zur Verfügung stehen zu wollen. Tatsächlich soll es Leute in der SPD geben, die entweder wirklich Scholz für den geeigneten Spitzenkandidaten halten, oder aber eine krachenden Niederlage der Sozialdemokratie für wünschenswert halten. Anders ist die Nominierung des gescheiterten Kanzlers nicht zu erklären und so tritt er nun ausgerechnet mit der rhetorischen Haubitze Saskia Esken vor die Mikrofone des Parteitags in Berlin, auf dem die SPD ihr Wahlprogramm vorstellen will. Dabei beschränken sich Eskens politische Fähigkeiten seit jeher auf unangehmes Auffallen mit mehr als ungeschickter und vor allem äußerst platter Sprache – vor allem in Talkshows. aber das macht ja so viel wie fast überhaupt nichts, wenn man es in ihrer Partei vorzieht, ganz besonders die mit irgendwelchen Fähigkeiten eher knapp ausgestatteten Mitglieder in Spitzenpositionen zu wählen und sich dann über den zwangsläufig folgenden Absturz in der Wählergunst zu wundern.
Aber jetzt, da die SPD mal so knapp an der 15 %-Hürde kratzt, obwohl man nicht genau weiß, ob von oben oder unten, da will sie dir (oder vielleicht auch mir oder uns beiden!) mehr verschaffen. Zwar ist derzeit mal so gut wie überhaupt nichts da, was es zu verteilen gäbe, glaubt man dem Geheule der Wirtschaft und Industrie auf der einen und der FDP und der Union auf der anderen Seite, aber was sorgt man sich angesichts der Tatsache, dass man mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso nicht gewählt wird. Und wenn man dann mit 13 oder 14 % in als Juniorpartner in eine „große“ schwarzrote Koalition gepresst wird, kann man immer noch behaupten, die konservativen Schwarzkittel seien schuld daran, dass die Wünsche der SPD nicht in Erfüllung gehen können, also vorab schon mal: „Sorry, dass wir zu allem „Ja“ und „Amen“ sagen müssen, weil sonst die AfD an die Macht kommt!“ Dann ist es halt die CDU mit ihrem Karnevalsprinzen aus den 50er Jahren, Fritze Merz und sein (noch) schwärzerer Schatten aus Bayern, der Söderer Markus (wobei die Frage durchaus berechtigt ist, ob in dem Falle Alice Weidel wirklich die schlechtere Alternative (für Deutschland) wäre? Aber Spaß beiseite – Die SPD will jetzt alles für alle, nur gerade nicht für die Reichen. Das hätte sie zwar auch schon eher haben können, wenigstens parteipolitisch, aber besser spät als nie! Lassen wir uns mal gehörig überraschen, wenn wir am 23.02.2025 zur Urne gelassen werden. Sicher wird die Freude allenthalben groß sein. es wird auf jeden Fall keine Wahlverlierer geben, nur Gewinner, wie das immer so ist und dann geht das Gezanke los! Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man herzlich darüber lachen.
Links:
- SPD-Kanzlerkandidat Scholz „Wir brauchen mehr Solidarität“ (Artikel auf tagesschau.de vom 11.01.2025)
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