Nun, nach dem Abgang Assads aus Syrien und seiner Flucht nach Moskau, wo ihm der Herrscher Russlands aus „humanitären“ Gründen freundschaftliches Asyl gewähren will, feixt der Quasimodo der Türkei und lacht sich die Falten aus dem Sack! Im Moment sieht es ganz danach aus, als habe Erdogan einen großen Coup gelandet und könne nun gealtsam gegen die Kurden in Syrien und im Irak vorgehen, sowie eine Pufferzone auf Kosten Syriens an seiner Südgrenze errichten! Zugegebenermaßen sieht Russland, nach dem Sturz des Assad-Regimes, uralt und bis auf die Knochen blamiert aus. Die russische Flotte ist wohl schon aus der Marinebasis Tartus verschwunden, Militärstützpunkte sollen auch schon verlassen worden sein.
Putin lässt dagegen verlautbaren, Assad sei gar nicht gestürzt worden, er sei freiwillig zurück getreten. Das kann man wohl so sehen, muss man aber nicht! Putins schwachköpfiger Ideologe Dugin dagegen sieht die Dinge wohl ein wenig realistischer und haut sofort auf die Pauke. Mit markigen Sprüchen kündigte er Erdogan Rache für das Vorgehen der Türkei in Syrien an und wertet die türkische Unterstützung der Rebellenallianz als einen Verrat der Türkei an Russland! Und er schreit nach Rache, Rache, Rache, mit was auch immer! Einen Tag nach seinen Ergüssen aber ist sein Post aus dem Internet verschwunden und man hört plötzlich versöhnlichere Töne Dugins.Vermutlich hat Russland im Moment tatsächlich andere Sorgen. Die Militärführung denkt wohl schon darüber nach, wo in der Ukraine sie die russischen Versager aus Syrien wohl am ehesten verheizen kann.
Man kann dabei mehr als deutlich erkennen, wie sehr das israelische militärische Vorgehen, in Folge des Terrorangriffs vom 7.10.2023 in Israel, gegen die Hamas in Gaza, die Hisbollah in Libanon und Iran die Unterstützung für den Machthabers in Damaskus geschwächt hat. russland hatte seine Stützpunkte schon vorher von Truppen entblößt und so getan, als sei es immer noch in der Lage, die Situation in Syrien zu stabilisieren. Allerdings war eine effektive Unterstützung nicht mehr möglich.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass Erdogan in Syrien zwar derzeit gegen die Kurden gewaltsam vorgeht, aber ebenfalls dazu neigt, sich und seine militärischen Fähigkeiten deutlich zu überschätzen. Ihm dürfte sicher bald klar werden, dass die Zeiten des Osmanischen Reiches schon lange vorbei sind und er zwar seine Wurstfinger in vielen Krisen hinein stecken kann, aber sicher nicht weite Teile Nordafrikas, Arabiens und Osteuropas beherrschen kann. Er wird noch deutlich auf die Schnauze fallen, soviel scheint klar. Anstatt sich um die immer noch nicht ausgerotteten IS-Horden zu kümmern, will er die Kurden vernichten und unterdrücken. Er leidet vermutlich an den selben Symptomen wie Putin. Beide eifern vergangenen Zeiten nach, streben nach einem Platz in der Geschichte ihrer Länder und versuchen längst gestorbene Herrscher zu imitieren. In Russland irgend einen bescheuerten Zaren nahmens Peter der Große und in der Türkei vermutlich Suleiman den Prächtigen. daran werden beide Herren mit Sicherheit scheitern! Hoffentlich möglichst bald!
Links:
- Politik – „Dem Untergang geweiht“ Putins Ideologe Dugin droht Erdogan – und rudert dann zurück (Artikel auf spiegel.de vom 10.12.2024)
Hinterlasse einen Kommentar