Volkswagen war immer eine Bank in der Wirtschaft Deutschlands und selbst in schlechten Zeiten war eines sicher – der VW-Konzern und seine Arbeitsplätze! Selbst in Zeiten des Dieselskandals, den ürigens VW vom Zaun gebrochen hatte und an dem natürlich niemand Schuld hatte, schon gar nicht im Management, waren die Jobs weitgehend sicher. Eifrig berappte man Milliarden von Dividenden an die Aktionäre, auch dieses Jahr war das noch so und dann, „ganz plötzlich“, tauchte die Erkenntnis auf, dass der Konzern, von einem Tag auf den anderen mit dem Rücken zur Wand stehe! Man fragt sich unwillkürlich, woran das nur liegen könnte? Die Antwort ist ziemlich einfach, auch wenn manch einer der Meinung sein dürfte, dies sei zu kurz gedacht. So ist es beileibe nicht. Das Management hat versagt und zwar seit jahrzehnten. Man wollte nicht hören, man interessierte sich nicht für neue Entwicklungen und man ignorierte konsequent den Wunsch der Bundesregierung nach einer Förderung der eMobilität. Statt dessen kam der Dieselskandal! VW hatte bis zuletzt gelogen und betrogen und stand vor einer Welle von Entschädigungsforderungen, vor allem aus den USA. Die Kunden in Deutschland wurden mit einem warmen Händedruck abgefertigt und erhielten dazu noch ein ignorantes Schulterzucken. Vermutlich ging man bei VW von einem „too big to fail“ aus! Auch die Werke in China, die Volkswagen aufgebaut hatte und sich damit den Unmut der Menschenrechtsorganisationen zu zog. Auf die Rechte chinesischer Minderheiten, wie zum Beispiel den Uiguren, nahm niemand Rücksicht. Aber egal. auch in China machte VW zuletzt schlechte Geschäfte, weil die Fahrzeuge, selbst wenn es sich um Elektroautos handelte, einfach für das, was sie boten, zu teuer waren. Viel teurer als die chinesische Konkurrenz! In deutschland hingegen legte VW noch eine Schippe auf die Preise drauf und bot dafür wenig Reichweite, kaum Innovationen und nicht die Fahrzeuge, die die Kunden wollten!

An diesen Problemen sind jetzt also die Arbeitnehmer des Autobauers schuld? Das ist wohl nicht der Fall. Man wollte von eigenem jahrzehntelangen Versagen ablenken und die allgemein durch die Pandemie und die Inflation schwierige Lage für sich nutzen. Von eigenen Fehlern keine Spur im Management, keine Frage! Aber in diesem Zusammenhang versucht man nun auch gleich die Mitarbeiterzahl zu rasieren, die Löhne zu drücken, die Arbeitnehmerrechte zu beschneiden und den politischen Einfluss zu begrenzen. Da fällt einem als Manager in einem großen Konzern nie etwas anderes ein, als die „Produktivität“ zu steigern, indem man Mitarbeiter entlässt und am Besten auch gleich die Tarifverträge kündigt, um sich den Verpflichtungen aus den Beschäftigungsgarantien zu entziehen! Das freut den Arbeitnehmer, der sich fragt, wo denn eigentlich der Fachkräftemangel sein soll, über den die Konzerne darüber hinaus so anhaltend klagen?

Die IG-Metall sieht das naturgemäß deutlich anders. Während sich die Aktionäre die Hände reiben, sollen die Arbeitnehmer den Reibach den sie machten und die exorbitanten Gehälter in den Chefetagen bezahlen, indem sie ihre Jobs verlieren? Es sieht nach verhärteten Fronten aus und man darf einen heißen Winter erwarten, der hoffentlich den Managern im VW-Konzern den Arsch auf Grundeis gehen lässt!

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