Warum muss eigentlich jeder Politiker, zusätzlich zu all den prominenten und halbprominenten Bekanntheiten und Influenzern, ein Buch schreiben? Vor allem Bücher, bei denen es um nichts anderes geht als um Selbstbeweihräucherung? Muss das sein, oder haben die wirklich keine andere Möglichkeit, ihren meist frugalen Lebensstil zu finanzieren? Also bei Merkel kann ich das verstehen. Ihr heutiges Leben, lediglich ausgestattet mit einer Alimentation als Altkanzler:In (und allein dies ist schon eine Beleidigung für eine Frau, die man bekanntlich niemals nach ihrem Alter fragen sollte, aus Gründen des Anstands und womöglich der Pietät!), dazu einem mehr als bescheidenen staatsfinanzierten Büro, mag unter diesen Umständen nur mehr eine Qual sein und keinesfalls eine artgerechte Haltung im Alter sichern. Also schreibt sie sich ihren Frust von der Seele. Beispielsweise den Frust darüber, dass sie so rasch, quasi über Nacht, aus den Köpfen der Millionen Bundesbürger verschwinden ließ, kaum dass sie das Kanzleramt verlassen hatte und in die Uckermark zurück kehrte, wo sie wohl jetzt das erbärmliche Leben jener schwäbischen Hausfrau zu führen verdammt ist, als die man sie zu bezeichnen pflegte, als sie noch in Regierungsverantwortung stand.
Ich will ehrlich mit euch sein. Dieses Buch von Merkel, es interessiert mich nicht die Bohne, deshalb sage ich auch nicht viel über dessen Inhalt. Das kann ich mir nicht anmaßen. Allein der Titel „Freiheit“ ist für mich eine Zumutung. Aber dafür gibt es etliche mehr oder weniger zutreffende Rezensionen, die man sich zu Gemüte führen kann. Besonders empfehlenswert finde ich die von Sascha Lobo, der zu dem sicher zutreffenden Schluss kommt, das Buch sollte anstatt „Freiheit“ besser „Feigheit“ heißen. Es dürfte auch einen Grund haben, warum laut dem Artikel in den „Links:“ die Rezensionsfunktion gesperrt worden ist! Vermutlich wegen viel zu vieler positiver Kommentare und die Realität kann man der ehemaligen Kanzler:In scheinbar auch heute noch nicht zumuten!
Sollen andere über ihre „literarischen“ Ergüsse urteilen, die eh ihre Büromamsell ins Keyboard gehämmert haben dürfte. Wir finden immerhin wenigstens die Tatsache erfrischend, dass diese Schmonzette nicht wirklich ein Burner ist, was die Verkaufszahlen betrifft. Wir erfreuen uns vielmehr an den deutlich höheren Verkaufszahlen, welche die Micky-Maus-Heftchen erreichen. Da stehen wenigstens lustige Sachen drin und nicht die ausschließliche Sicht einer alternden Dame, die man einst als die mächtigste Frau der Welt bezeichnete. Genutzt hat ihr das herzlich wenig und uns, als Bürger der Bundesrepublik Deutschlands (oder heißt das Neuland?) sowieso nicht!
Links:
- Erstauflage vergriffen – Merkels Buch kann nicht mehr auf Amazon bewertet werden (Artikel auf n-tv.de vom 03.12.2024)
- Ein optimistischer Abgesang auf Deutschland – Angela Merkels Autobiografie sollte »Feigheit« heißen (Kolumne von Sacha Lobo auf spielge.de vom 27.11.2024)
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