Man kann von der FDP sagen, was man will, nur nicht, dass sie sich um Meinungen, Umfragen und den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschlands leiten ließe. Aber da, wo´s nach Geld stinkt, da ist sie zu finden. Bei den Schönen und Reichen und den ganz schön Reichen, den Unternehmern, den Managern und der Wirtschaft. Dort fühlt sie sich zu Hause. Eher nicht beim Pöbel, bei Hinz und Kunz und Hartz IV, denn dort sind die Looser, mit denen wollen sie nichts zu tun haben, auch wenn sie gelegentlich so tun, als würden der großen Bevölkerungsmehrheit etwas Gutes tun wollen. Aber davon sind die Liberaldemokraten weit entfernt. Meilenweit, um ganz genau zu sein. Dabei saß Lindner der Schelm als Finanzminister auf seinen Geldsäcken und wollte niemandem auch nur eine müde Kröte geben, um den Staat und die Gesellschaft voran zu bringen. Der Marktradikalismus sollte alles richten. Entbürokratisierung ist sowieso viel billiger als Subventionierung und vor allem, darum müssen sich die anderen kümmern, aber doch nicht die FDP.
Da sagt es sich auch so leicht hin, die Besteuerung der Reichen ist viel zu teuer, denn der „Verwaltungsaufwand“ sei ja so enorm hoch. Aber die Steuern bei den kleinen Leuten einzutreiben, das sei schon okay. Von irgendwas muss der Staat ja leben und dem Ex-Finanzminister sein üppiges Salär und nun das Übergangsgeld bezahlen. Und das ist sicher nicht von schlechten Eltern. Schließlich hatte man das durch die Politik im Sinne der Politiker und für die Politiker selbst beschlossen. So einfach ist das! Das wäre im Prinzip genau dasselbe, wenn jeder Arbeitnehmer sich zusammen mit seinen Kollegen das jeweilige Gehalt bestimmen würde – wie jetzt, das ist völlig überzogen und unangemessen?
Aber nun kommt das Beste. Nachdem Djir-Sarai und Reymann als selbstverständlich „Nichtverantwortliche“ für den D-Day-Skandal in den Sack gehauen haben und sich vornehm zurück gezogen hatten, ohne auch nur den Hauch einer Schuld einzugestehen, sieht Lindner, als Führer des gesamten FDP Kindergartens auch nicht den hauch eines Anlasses, es ihnen gleich zu tun und sein Amt zur Verfügung zu stellen. Schließlich glaubt er an etwas, hat er gerade bei Miosga erklärt und daran wolle er nun arbeiten und schauen, ob die Bevölkerung und die FDP das nicht genauso sehen. Verantwortung, die scheint in der FDP nicht wirklich von Bedeutung zu sein. Jedenfalls nicht für ihn. Schließlich glaubt er ja an was. Vermutlich ist es aber nur Geld, woran er glaubt und ich bin mir ziemlich sicher, wenn er irgendwann aus der Führung der FDP ausscheidet, gibt es für ihn bereits ein warmes, gemütliches Plätzchen in irgend einem Lobbyverband und/oder Aufsichtsrat, der ihm – gut dotiert – über die schweren Stunden des unmittelbaren Machtverzichts hinweg helfen wird! Andere haben es ja auch geschafft. Möllemann hatte wenigstens den Anstand ohne Fallschirm aus einem Flugzeug zu springen, aber das wird man von Lindner nicht erwarten können. Dafür glaubt er zu fest an sich und die Zukunft der FDP, wo auch immer die stattfinden sollte!
Links:
- „D-Day“-Affäre der FDP – Lindner will nicht zurücktreten (Artikel auf tagesschau.de vom 01.12.2024)
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