Ja, wenn es wirklich so etwas wie ein Weihnachtswunder gibt, dann ist es gerade geschehen. Nach dem Verrat der FDP an ihren Koalitionspartnern, dem D-Day-Paper, der Verkündigung der offenen Feldschlacht und dergleichen abstrusen Dinge mehr, nach dem Rücktritt von Bijan Djir-Sarai (ohne Schuld natürlich) der nur unwissentlich falsch über ein Papier geredet (und gelogen) hatte, das er vorgeblich gar nicht kannte, um seine Glaubwürdigkeit zu schützen und die Partei, dem Rücktritt Lindners einstigem Büroleiter, der dem Anschein nach gar nicht wusste, warum er letztlich zurücktreten gemusst haben sollte, denn auch er war völlig unwissend! Aber da, plötzlich und vollkommen unerwartet, steigt er, wie Phönix aus der Asche, aus der finstersten Nacht der demütigung und des Versagens empor ans Licht der Wahrheit – Christian Lindner! Unschuldig an allem, unwissend, weil nicht zur Kenntnis genommen haben wollend, was da von seinen Mitarbeitern „erarbeitet“ worden war und das er weder gewollt haben oder gar beauftragt haben konnte, weil ja seine Loyalität bis zu der Sekunde, da Olaf Scholz ihn seines Amtes enthob und ihm und dem Rest der FDP den Stuhl (bzw. die Stühle) vor die Tür des Hauses setzte! Und nun, nachdem zwei Bauern geopfert wurden, um seinen untadeligen Ruf rein zu erhalten, steht er auf, stürzt sich in Interviews, stammelnd, anklagend und sich selbst und sein furchtbares, unverdientes Schicksal beweinend, das ihn so kurz vor dem heiligsten Fest der Christenheit ereilen sollte.

Aber Christian Lindner wäre nicht der Chef der FDP, wenn er sich wegen irgend etwas anderem sorgte, als sich selbst! Also tut er, was er am besten kann, was er von klein auf gelernt hat und womit er bislang immer so erfolgreich gewesen ist – er gibt allen anderen die Schuld an diesem Desaster, nur nicht selbst und verspricht der Partei, die er so krass vor die Wand gefahren hat, die Verantwortung auf jeden Fall tragen zu wollen. Nur zurücktreten, das will er auf gar keinen Fall! Ob solcher persönlicher Integrität und Tapferkeit, sind die wenigen Anhänger, die ihm noch geblieben sind, auf die Knie gefallen, um ihm zu huldigen und seine Selig- mit anschließender, unmittelbarer Heiligsprechung zu betreiben. Drei oder vier Bettelbriefe sollen bereits per Email beim Papst eingegangen sein und Gerüchten aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zufolge, soll der heilige Vater in Rom den innigen Wünschen nicht ganz abgeneigt sein. Bedingung wäre alerdings, wie weiter verlautbarte, ein nachprüfbares Wunder.

Sollte also Lindner seine schwere Verantwortung bis zum 23.02.2025 zu tragen imstande sein und dann auch noch die 5%-Hürde schaffen und in der neuen Bundesregierung tatsächlich, wie von ihm angekündigt, der „neue“ Finanzminister werden, dann würde dieses Kunststück unverzüglich als ein echtes, wirkliches und unwiderlegbares Wunder anerkannt und Christian vom Papst am 24.02. zunächst seli- und am folgenden Tag auch heilig gesprochen werden! Denn das wäre dann wirklich ein Wunder!

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