Nun kommt ans Licht, was die ganze Zeit schon vermutet worden war. Die FDP hat den Bruch der Regierungskoalition nicht nur lange vorher geplant, sondern diesen auch provoziert. Dies legt das 8-seitige-Papier nahe, dass von Seiten der Liberalen gerade veröffentlicht worden ist. Nicht nur, dass es in dem Schriftstück von kriegerischen Formulierungen wimmelt, zum Beispiel „D-Day“, „offene Feldschlacht“ und dergleichen, dass einem Angst und Bange werden kann. Aber nun erfahren wir mit großem Staunen, dass ja alles nicht so war, wie kolportiert wird – angeblich. Wie uns Bijan Djir-Sarai, Generalsekretär der FDP, mit kugelrunden Augen und wenig Überzeugung in der Stimme verkündet, war dieses nun veröffentlichte Schriftstück selbstverständlich und natürlich lediglich ein Arbeitspapier einer (verantwortungslosen?) Horde auf Mitarbeiterebene, von dem die Parteiführung selbstredend nichts wusste. Auf gar keinen Fall. Das hört sich freilich, gerade in diesem Fall, absolut glaubwürdig an, zeigt es doch zwei Dinge:
- 1. In der FDP kann offenbar jeder machen was er will und
- 2. Zur Not kann man ja immer noch von nichts gewusst haben!
Aber das nimmt den Liberalen wohl kaum einer ab. Der Verrat an ihren Koalitionspartnern ist ihnen in die Wiege gelegt und irgendwie können sie eben doch nicht aus ihrer verfaulten Haut heraus. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Dreistigkeit, mit der sich Christian Lindner bereits als neuen Finanzminister einer (nach seinem Dafürhalten) unweigerlich kommenden neuen Koalition aus Union und FDP sieht! Das muss man sich schon mal ganz genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Selbst in der Union reagierte man darauf ein wenig pikiert. Man mag sich kaum vorstellen, dass sich die Union, selbst wenn Merz die anstehenden vorgezogenen Bundestagswahlen wirklich gewinnt, dass er sich – und Markus Söder sicher auch nicht – die FDP ans Bein binden will. Wir beobachten nun auch weiterhin mit wachsendem Unbehagen. Wie sich die FDP versucht aus der Schlinge zu ziehen, in die sie durch Lindner hinein befördert wurde. Es ist mehr als fraglich, ob der FDP überhaupt der Wiedereinzug in den Bundestag gelingt und seien wir mal ehrlich. Niemand würde sie vermissen, wenn sie die nächsten 10 oder 15 Jahre in der inneren Emigration verschwände und den Politikbetrieb nicht weiter störte. Solche Gestalten, die lediglich ihr eigenes Wohl im Auge haben und vielleicht noch das der sogenannten Besserverdienenden und „Leistungsträger“, braucht in einem so reichen Lande, mit so vielen armen Menschen keine Sau!
Nun haben wir heute Mittag aus dem Radio erfahren,dass der Generalsekretär Djir-Sarai in eigener Person heute Morgen seinem großen Vorsitzenden Christian Lindner seinen Rücktritt erklärt habe um Schaden von sich selbst und seiner Partei abzuwenden. Die dabei benutzte Wortwahl muss man sich erst mal so richtig auf der vertrockneten Zunge zergehen lassen. Zitat: „Ich habe unwissentlich falsch über ein internes Dokument informiert.“ Seinen weiteren Ausführungen konnte man dann entnehmen, er habe nicht nur „versehentlich“ falsch über ein internes Dokument informiert, dass er nicht kannte, und von dem ernicht wusste, dass es überhaupt existiert! Einen Tag vorher hatte er noch keinen Grund für einen Rücktritt gesehen. Es ist fürwahr erstaunlich, wie schnell die Welt sich doch weiter dreht, heutzutage!
Davon kann man nun halten, was man will. Aber die von ihm befürchtete Beschädigung seiner „Glaubwürdigkeit“, war zu diesem Zeitpunkt längst dahin. Schließlich kam genau das Wort D-Day darin vor, was er vorher so vehement abgestritten hatte. Aber immerhin konnte er es ja nicht gewusst haben, da er keine Ahnung davon hatte, was die Mitarbeiter der FDP so in ihrer Freizeit niederschreiben. Natürlich nur, weil sie es so richtig geheim halten wollten. Wie eine konspirative Wohnung, quasi! Um das Ganze noch abzurunden, können wir auch noch vermelden, dass der Bundesgeschäftsführer Carsten Reymann, ebenfalls ohne jede Schuld und selbstverständlich von nichts gewusst habend, zurückgetreten ist! Wer da nun der Meinung ist, hier handele es sich um Bauernopfer für das Glück und die Zukunft des Herrn Lindner, der dürfte nicht gar so falsch liegen. Aber man kann sich ausmalen was passiert, wenn die FDP den Einzug in den Bundestag verpasst! Warten wir´s ab…
Links:
- Reaktionen auf »D-Day«-Papier – Vernichtende Kritik an FDP-Führung (Artikel auf spiegel.de vom 29.11.2024)
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