In Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas, startet ab heute der sogenannte Plastikgipfel, für den zunächst eine Dauer von 7 Tagen vorgesehen ist. Hintergrund sind die derzeit 400 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr, die weltweit produziert werden und wohl lediglich nur zu 10 % recycelt werden. Das meiste vermutlich in Deutschland, wenn man sich die Sammelwut hierzulande so anschaut. Was nicht ins Recyclingsystem passt, wird ähnlich wie der ganze Elektroschrott, den man nicht recyceln kann und will, einfach nach Afrika und Fernost exportiert, wo sich die ärmsten der Armen dann als „Müllsammler“ oder „Recyclingspezialisten“ darum kümmern können. Was nicht verwertbar ist, wird einfach an Ort und Stelle verbrannt.
Jeder kennt aber das eigentliche Problem, dass wir mit Plastik weltweit haben. Keine sau kümmert sich darum, was mit dem Müll passiert, kaum einer macht sich die Mühe ihn fachgerecht zu entsorgen und so landen jährlich Millionen von Tonnen in der Natur, den Flüssen und im Meer, wo der Dreck verheerende Schäden verursacht. Wer kennt nicht die Bilder von Meeresgetier wie Seelöwen, Robben, Schildkröten und Delphinen oder Walen, die sich in verlorenen Fischernetzen (aus Kunststoff selbstverständlich!) verheddern, oder die Plastiktüten mit Quallen verwechseln und sie hinunter schlucken, weil sie glauben, es handele sich um Nahrungstiere. Am Ende verrecken sie jämmerlich. Ertrinken, verhungern, erdrosseln sich selbst!
Na klar, denkt man da doch spontan. Da muss man was dagegen tun. Vor allem hier im Westen, wo die Leute sich von zappelnden Meeresschildkröten und springenden Walen besonders gern beeindrucken lassen und empört darüber sind, wenn diese Kreaturen an vom Menschen gemachten Dreck eingehen! Und dann gibt es diejenigen, die von der Produktion und dem Verkauf des Plastiks leben und sich das Geschäft nicht verderben lassen wollen. Während die einen, westlichen Staaten, die Produktion von Plastik drosseln wollen, sind die anderen, die östlichen und südlichen Staaten darauf aus, die Produktion eher noch zu steigern und dafür die Recyclingquote zu verbessern und „neue“ Abfallentsorgungssysteme zu entwickeln. Das hätte man natürlich schon vor zwanzig Jahren beginnen können, aber damals hat das, wie heute noch in vielen Teilen der Welt, keinen gejuckt. Und auch heute dreht sich alles nur und ausschließlich ums liebe Geld!
Und so treffen sich nun (wieder einmal!) die Vertreter:Innen von 193 Staaten an einem Ort und vermutlich dürfen wir davon ausgehen, dass die in der Mehrzahl ganz umweltbewusst mit dem Flugzeug anreisen. Eher seltener dürfte die Anreise mit dem Zug und/oder dem Fahrrad erfolgen. Wird auch jeder dann seinen CO2-Fußabdruck mit einer CO2-Abgabe zumindest in der Theorie verkleinern, oder einen Wald pflanzen, um sein CO2-Äquivalent zu neutralisieren? Vielleicht ein paar Leute aus den westlichen Demokratien, die eh schon von ihrem schlechten gewissen geplagt sind und sich um ihr Seelenheil und ihre Karmapunkte sorgen. Dem Rest dürfte es schon aus finanziellen Gründen Latte sein.
Sicher ist aber eines gewiss. Man wird sich nicht einigen können, was man tun muss und tun soll. Aber man wird Wert drauf legen, dass der Westen dafür bezahlen muss! Da der am Ende aber immer das Portokässchen öffnen soll, um irgend welche Regierungen zum Handeln zu motivieren und die ein oder andere Elite aus Drittweltstaaten und dem globalen Süden zu schmieren, dürfte auch hier nicht viel mehr rum kommen als jede Menge heißer Luft und einige halbseidene, nichtssagende Absichtserklärungen. Am besten basierend auf „freiwilligen Selbstverpflichtungen“, an die sich aber niemand halten muss, weil es keine Konsequenzen geben wird. Wie dieses Prinzip funktioniert – oder auch nicht – kann man beispielhaft in den westlichen Ländern sehen, wo die Wirtschaft sich nur allzu gerne freiwillig selbst verpflichtet, um verpflichtende gesetzliche Regelungen durch die Gesetzgeber zu vermeiden! Es funktioniert nicht!
Links:
- UN-Gipfel in Südkorea – Wie der Plastikmüll weniger werden soll (Artikel auf tagesschau.de vom 25.11.2024)
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