Schaut man sich das beinahe schon fröhlich-selbstzerstörerische Treiben bei der SPD in den letzten Tagen und Wochen an, frägt man sich unwillkürlich, ob die zum allerersten Mal Wahlkampf machen. Genauso kann man den Eindruck gewinnen, angesichts des Debakels um Scholzen´s Kanzlerkandidatur, die wollen gar nicht gewinnen. Deshalb nehmen sie auch den unbeliebtesten aller möglichen Kandidaten und nicht den einzigen, von dem man wirklich den Eindruck hat, er macht seinen Job mit vollster Hingabe und bringt auch die Ahnung mit und die Ruhe, die man braucht, um so eine Verantwortung zu tragen – Boris Pistorius! Seine etwas halbherzig vorgetragene Verzichtserklärung hörte sich für mich so an, als sei er zumVerzicht getragen worden. Dabei machte man sich wohl zunutze, dass er, Pistorius, ein loyaler Parteisoldat sei, wie er selbst sagte. Seine Beliebtheitswerte und sein Job als Verteidigungsminister, den er so weit man das überschauen kann, ganz hervorragend ausfüllt, was über Jahrzehnte hinweg ganz sicher nicht der Fall war, hätten sicher den ein oder anderen dazu bringen können, entgegen seiner sonstigen Einstellung, sein Kreuzchen bei der SPD zu machen und nicht bei diesem Adenauerverschnitt Merz! Mit ihm und den seinen, alles voran Markus Söderer, steuern wir schnurstracks auf die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zu! Will das wirklich eine Mehrheit der deutschen Wähler?
Nun scheint es entschieden zu sein. Trotz heftigen Widerstands von den Jusos unter Philipp Türmer, der erstaunlich offene Worte wählte und deutliche Forderungen an die Parteispitze richtete. Die wird man dort nicht so gerne hören, denn eines wurde ganz offensichtlich – die Jusos fordern Umverteilung! Das ist auch richtig und wichtig. Jahtrzehntelang ging es Deutschland wirtschaftlich und finanziell so richtig gut und nichts tat sich in Sachen sozialer Sicherheit. Im Gegenteil wurde jeder Fortschritt im Lande mit dem bezahlt, was den sozialSchwachen vom Munde abgespart wurde. Und nun, wo es der Wirtschaft angeblich so schlecht geht, da will man lieber noch deutlicher und tiefer ins Portokässchen des Sozialstaates greifen, um das Geld der Wirtschaft und ihren Nieten in Nadelstreifen in den Rachen zu schmeißen! Ich stimme Türmer absolut zu, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt ist. nun ist die Zeit gekommen, um umzuverteilen – von oben nach unten. denn deutschland ist nicht ärmer als früher. Das Geld ist nur deutlich anders verteilt. Es befindet sich in den Händen weniger ordinär reicher Geldsäcke und Familien!
Wir dürfen uns auf Olaf Scholz freuen, wenn er versucht, wie bei der letzten Bundestagswahl, als die SPD bekanntlich gegen Armin Laschets Union gewann, plötzlich, nach drei Jahren des SPhilipp Türmer, Jusos,chweigens, das Ruder herum zu reißen und den Sieg zu holen. Wie er das machen will, bleibt vorerst sein Geheimnis. aber mit seiner Gurkentruppe, die ihn umgibt, unter anderem Saskia Eskens, die rhetorisch noch belangloser und uninspirierter ist, als der Scholzomat himself. Andererseit ist die Union mit ihren politischen Themen noch weitaus schlimmer als das, was wir gerade haben, oder?
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- Politik – Chaos um Kanzlerkandidatur: SPD-Basis wirft Parteichefs Versagen vor – Klingbeil zeigt Reue (Artikel auf fr.de vom 24.11.2024)
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