Seit dem Scheitern der Ampel-Koalition an der Frage, ob die FDP unter Lindner die Richtlinienkompetenz inne hat, oder die SPD und der Einigung auf einen vorgezogenen Bundestagswahltermin auf den 23.02.2025, stellt sich die nicht ganz unwichtige Frage, mit wem denn nun als Spitzenkandidat/Kanzlerkandidat, bitte schön, die SPD in den Wahlkampf ziehen möchte. Viel Auswahl hat sie ja nicht wirklich. Es stellt sich die Frage ob man mit dem bundesweit unbeliebtesten Kandidaten und das ist eindeutig Olaf Scholz, wahlkämpfenderweis´ auf den Untergang des Abendlandes zusteuern möchte, oder doch besser den beliebtesten, Boris Pistorius nämlich, um wenigstens den Hauch einer Chance auf eine brauchbare Mehrheit zu haben.

Im Vergleich der beiden möglichen Kontrahenten miteinander, hat eindeutig Pistorius die Nase vorn. Er ist sogar in der Lage so zu kommunizieren, dass der Bürger meist versteht, was und warum er etwas will. Bei Scholz ist das eine ganz andere Sache. Mal abgesehen von seiner Neigung zu einer bisweilen unerträglichen Arroganz, hält er es nicht für nötig, seine Entscheidungen näher zu erläutern und wer ihm nicht folgen möchte, der hat eben ein Problem. Das er selbst allerdings nicht hat! Immerhin ist er schon Bundeskanzler und dies auch immer noch, gleichwohl die Regierung bereits seit Anfang November eines schrecklichen Todes gestorben ist – am Verrat des Christian Lindner und seiner Konsorten von der FDP!

Was hat Scholz eigentlich sonst noch zu bieten, außer der Tatsache, dass er der in sich selbst ruhende Bundeskanzler ist, der zwar in seiner Amtszeit nicht so viel durchsetzen und bis zur Beschlussreife bringen konnte, wie er es sich gewünscht hatte und gemeinsam mit den beiden anderen Koalitionspartnern in der Koalitionsvereinbarung niedergelegt und vereinbart hatte? Sein Wahlsieg vor drei Jahren gegen seinen Kontrahenten von der CDU/CSU, Armin Laschet, war wohl allein dessen Unfähigkeit geschuldet, sein Maul zum richtigen Zeitpunkt zu halten und es während der Hochwasserkatastrophe an der Ahr zu unterlassen, blöde Witzchen zu reißen, während er die Hochwassergebiete besuchte, um den Betroffenen „Trost zu spenden“! Es war eher nicht das Können des späteren Bundeskanzlers Scholz geschuldet, denn der war vorher schon wegen seiner auffällig enormen Gedächtnislücken zu Themen wie dem Cum-Ex-Skandal in seiner Zeit als Oberbürgermeister von Hamburg und auch sonst einigen Dingen, über die er heute nicht so gerne sprechen mag. Aber eigentlich mag er ja über nichts wirklich gern sprechen. Wer dennoch nachfrägt, der wird schnell mal abgekanzelt. Aber trotzdem wollen die Menschen einfach mitgenommen werden bei Entscheidungen, die sie selbst oft in einem nicht unerheblichen Ausmaß betreffen. Der Krieg in der Ukraine beispielsweise – die sogenannte Zeitenwende! Dabei konnte man in der Vergangenheit oft den Eindruck gewinnen, die Regierung habe zwar nicht die Zeiten gewendet, wohl aber die Unterhosen – von Innen nach Außen! Oder die Energiewende, die exorbitanten Strompreise, die immer weiter und in schwindelerregende Höhen steigen, obwohl der Preis an der Strombörse eigentlich sinkt! Im Übrigen weiß sowieso kaum einer, wofür der Kanzler überhaupt steht. Naja, immerhin ist seine Verweigerungshaltung relativ klar erkennbar. Das ist ja wenigstens schon mal was!

Sein Konkurrent von der Union um das Amt und den Job des Bundeskanzlers, der gute alte Friedrich Merz, ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Zwar rhetorisch deutlich besser aufgestellt als Scholz, aber leider mit einem deutlichen Hang zu Populismus und Fremdenfeindlichkeit, als Unions-Chef logischerweise auch mit einer klaren Hinwendung zu „Tradition“ und „Konservatismus“, ebenso wie sein Frauenbild und der Neigung, traditionelle Familienbilder zu bevorzugen, könnte es für ihn jedoch schwer werden, sich als wirkliche Führungsfigur für Deutschland und seiner Zukunft zu verkaufen. Bislang entzog er sich ja jedem Amt und der damit verbundenen Verantwortung durch die Flucht ins Exil oder wohin auch immer. Besonders Frau Merkel hatte ihn seinerzeit regelrecht weggebissen und den armen heutigen Scharfmacher der Union, der von Gottes und Söders Gnaden nun Bundeskanzler werden will, mit zerquetschter Seele zurück gelassen!

Ob Robert Habeck wirklich eine Chance hat, nicht nur Kanzlerkandidat der Grünen zu sein, sondern dies auch wirklich zu werden, ist eine berechtigte Frage. Die Antwort darauf dürfte davon abhängen, ob sich die Umfragewerte der Grünen in den restlichen drei Monaten bis zur Neuwahl auf dem derzeitigen Niveau verfestigen, oder wieder nach oben gehen. Darauf verlassen sollte man sich angesichts des Kommunikationsdesaster um das Heizungsgesetz aber nicht. Denn auch die Grünen haben es nicht so mit dem Erklären von was, wieso und warum. Da stehen sie Scholz in nichts nach. Allerdings kommunizieren die Grünen möglicherweise falsch, während die SPD, respektive Scholz, überhaupt nicht kommunizieren mag. So stellt sich die abschlie0ende Frage, wann will die SPD denn endlich eine Entscheidung treffen? Man wolle sich „zügig“ auf Olaf Scholz festlegen, heißt es aus SPD-Kreisen, trotz des unüberhörbaren Gegrummel aus einigen Teilen der guten „alten Tante SPD“. Was das heißt, ist nicht ganz klar. Vielleicht wird Scholz final erst nach der Bundestagswahl nominiert? Der SPD ist derzeit alles zuzutrauen!

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