Ampel am Ende!

Was für eine Dramatik! Was für ein erwartbares und unnötig bitteres Ende. Jeder, der die Politik in Deutschland mit offenen Augen verfolgte der konnte, nein musste ahnen, dass das kein gutes Ende nehmen konnte. Eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und der FDP, das konnte auf Dauer nicht wirklich gut gehen. Vor allem, wenn der Herr Finanzminister unter einem solch enorm aufgeblähten Ego leidet, wie das bei Christian Lindner der Fall zu sein scheint. Die strategische Bedeutung seines Amtes verleitete ihn dazu, sowohl seine Fähig-, als auch die Möglichkeiten grandios zu überschätzen. Nahezu von Anfang an war es Lindners Bestreben, die Opposition innerhalb der Regierung zu spielen und so der CDU ihre eigentliche Aufgabe abzunehmen – vielleicht in der vagen Hoffnung, sich damit einen Platz an einem künftigen Kabinettstisch der Union zu sichern. Allein es kam ganz anders. Berauscht vom eigenen Versagen merkte der Chef der FDP nicht, wie ihm die Zügel entglitten und nach diversen Landtagswahlen die Wählerschaft so deutlich abhandenkam, dass sich die FDP mit kaum noch messbaren Ergebnisse abfinden und mit dem Gedanken anfreunden musste, auch bei einer künftigen Bundestagswahl in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Die „Bild“ will erfahren haben, das die FDP am heutigen Donnerstag den Koalitionsvertrag, an den sie sich augenscheinlich zu keinem Zeitpunkt überhaupt gebunden fühlte, kündigen wollte. Aber dank des Rauswurfs Lindners durch Scholz, war der Chef der FDP ziemlich schief gewickelt. Auch wenn uns der Olaf doch regelmäßig so viel Tatendrang hätte spüren lassen würde, das wär schön gewesen. Faust hier auf den Tisch gehauen, ein Machtwort da, ein bisschen die Menschen mitgenommen durch die Irrfahrten der Zeitläufte und das hätte eine traumhafte Kanzlerschaft sein können…

Nun hat Lindner den Bogen aber doch zu deutlich überspannt und der sonst so zurückhaltende Bundeskanzler Olaf Scholz sah sich gezwungen auf den Tisch des Kanzleramts zu hauen und dem Finanzminister den kommoden Stuhl vor die Tür zu stellen! Dass er nun nicht gleich der CDU/CSU den Gefallen tun möchte und jetzt nach ihrer Pfeife zu tanzen. Merz, gerade mal im Aufwind, kann es kaum erwarten, nun doch endlich auch mal Bundeskanzler sein zu wollen. Das hat er sich verdient, meint er und wenn man sein staatsmännisches Versagen angesichts Merkel´s Kanzler:Innenschaft betrachtet, hat er wohl auch Recht. Dennoch muss Scholz ihm diesen Gefallen nicht tun. Ein klein wenig Gestaltungsspielraum hat er trotz allem noch! Er kann das Stellen der Vertrauensfrage schon noch ein Stück in die Länge ziehen und Merzen´s Fritzle noch ein bisschen länger zappeln lassen!

Immerhin hat es Herr Wissing geschafft, seinem ehemaligen Chef noch einen Tritt mitzugeben, bevor der in hohem Bogen durch das Tor des Kanzler:Innenamtes hinaus flog. Er trat kurzerhand aus der FDP aus und darf darum auch weiter den Verkehrsminister geben. Vielleicht fehlen ihm die paar Tage noch für seine Anwartschaften auf die üppige Pension? Andererseits hat er so viel so schlecht gemacht, dass es wohl schlimmer kaum noch kommen kann.

Weltbewegendes passiert also im Herzen Europas. Da verliert doch die neuerliche Wahl des Hetzers der US-Amerikanischen MAGA-Truppe zum Präsidenten ihren Schrecken! Die USA haben nun Donald Trump als Witzfigur mit angetackertem Katzenfell und gelber Haut auf dem Regierungsstuhl und Deutschland womöglich als einen haarlosen Merz im Kanzleramt, der die Stirn bis zum Rücken trägt und sich für den Nabel der Welt hält. So weit liegen die beiden gar nicht auseinander! Aber wer zum Geier ist eigentlich Jörg Kukies?

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