Gerade hat die JU (Junge Union), die Nachwuchsorganisation der künftigen Stiefellecker in der CDU ihren neuen alten Vorsitzenden Johannes Winkel mit dem Traumergebnis von 90 % wiedergewählt. Erich Honnecker wäre auf so ein Ergebnis sicher stolz gewesen. Beim parteitag der JU hat dann der große Vorsitzende mit der breiten Stirn gleich mal ein paar Pflöcke eingeschlagen, um klar zu machen, wo die Reise nach seiner Wahl zum Bundeskanzler dann hingehen soll. Für Arbeiter und Angestellte heißt das so viel wie – in den Abgrund! Nach dem churchill´schen Motto Blut Schweiß und Tränen bietet der gute Fritze Merz mehr Arbeit, weniger Migration und einen Einstellungsstopp für Beamte an. Wobei, mehr Arbeit ist ja klar, was das heißt, oder? Natürlich will Fritze das Renteneintrittsalter nicht über 67 hinaus erhöhen. Dafür soll der frühere Renteneintritt, wieso auch immer unattraktiver gemacht werden – durch rassige Abschläge, die den armen Arbeitern und Angestellten die Tränen in die Augen treiben werden. Da wird die Union, so wie früher auch schon, keine Gnade walten lassen. Wichtig ist, dass die Reichen nicht behelligt werden, oder gar Steuern zahlen müssen. Mehr Eigenverantwortung heißt hier die fiese Devise und jeder von uns weiß ganz genau, was das heißt. Von Eigenverantwortung wird immer dann geschwafelt, wenn´s dem Bürger an die Tasche geht. Wenn man ihm sein bisschen Geld abnehmen oder sogar vorenthalten will und sich nur nicht traut, das auch so deutlich zu sagen!
Weniger Migration dürfte in ihrer Bedeutung darauf hinaus laufen, dass die Grenzen dicht gemacht werden und jeder, wirklich jeder, der an die Pforte kloppt, wieder zurück geschickt wird. Dabei will man sich aber nicht der Diktion der AfD, oder gar rechtsradikaler Parolen bedienen, das auf gar keinen Fall. Gleichwohl man vermutlich eher nicht geneigt ist, deren Forderungen zur Gänze beiseite zu schieben. Nein, mit den rechten will man nicht in einen Topf geworfen werden, obwohl man genau ihren Pfaden zu folgen gedenkt. Vielleicht hilft es, wenn man den Schießbefehl der DDR-Grenztruppen wieder aus der Schublade des Fritze Merz holt, in der sie zweifellos schon eine Weile ruhen dürfte. Man sollte den Hang konservativer Kräfte hin zu Autoritarismus und den Wunsch nach einem starken Mann nie unterschätzen und auch Herr Merz sieht sich ja in guter Tradition zum ollen Konrad Adenauer, dem man auch eine gewisse Neigung zum Klerikalfaschismus nachsagte. Aber das kriegen die schon irgendwie hin, die Merzen und Adenauers, die Söderers und das ganze andere Gesockse, das sich selbst natürlich für rechtschaffene Poltiker ohne Fehl und Tadel hält.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der wunsch, einen Einstellungsstopp für Beamte und den öffentlichen Dienst einzuführen. Unmittelbar und sofort nach der Machtübernahme. Denn angeblich habe die Ampel „unglaublich“ viele unnötige und gut bezahlte Stellen in Ministerien erschaffen, um ihre Klientel zu versorgen. Aber mal ehrlich, glaubt wirklich jemand, dass es so etwas bei der Union nicht geben wird, oder jemals gegeben hat? Was wichtiger wäre, ist die Tatsache, dass kein Beamter jemals auch nur einen müden Cent in die Sozialsysteme einzahlt und dennoch bei erreichen des Pensionsaltern, gut und gerne doppelt soviel Pension erhält, wie ein Arbeitnehmer an Rente auf das Konto kriegt! Da staunt der Flachmann und der Laie wunder sich mal wieder. Aber daran wird wohl auch Herr Merz nichts ändern wollen. Es wäre ein echtes Wunder und darauf sollten wir lieber nicht hoffen!
Als Bundeskanzler will Merz die „Anreize“ für einen früheren Renteneintritt abschaffen. Das ist erstaunlich genug, denn diese „Anreize“, wie er das nennt, sind in der Regel krankheitsbedingt und beruhen auf der Tatsache, dass Menschen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, ihrer Arbeit nachzugehen. Vermutlich haben Merz und seine CDU eine Möglichkeit gefunden, die Gesundheit der Menschen auf wundersame Weise wieder herzustellen. Vielleicht dürfen wir in Zukunft bald Merz-Bibeln kaufen und müssen nicht mit den überteuerten und kitschigen Trump-Bibeln vorlieb nehmen, die uns dann dabei helfen könnten, uns gegenseitig gesund zu beten. Das spart auch noch Kosten für das Gesundheitssystem. Die Zahl der Bürgereldempfänger soll stramm gesenkt werden – wie auch immer! Zwangsarbeit dürfte hier die Lösung sein. Effektiv in der öffentlichen Straßenreinigung eingesetzte Bürgergeldempfänger reinigen Straßen und Gehwege, leeren die Abfalleimer und piecksen mit Nägeln an Stangen das lästige Laub auf. Wie schön leise das ist, wenn keine Laubbläser mehr benutzt werden und kein Benzin mehr verbrauchen. Einfach Herrlich!
Das ein sofortiger Einstellungsstopp für den öffentlichen Dienst verhängt werden soll, hört sich auch logisch an. Jeder weiß, dass die im öffentlichen Dienst sowieso nicht arbeiten. Das sind alles faule Säck:Innen! Auch deren Arbeiten können locker lästige Bürgergeldempfänger neben der Schaukelei in ihrer sozialen Hängematte mit erledigen. Das muss nur richtig organisiert werden und darin ist die Union so richtig gut. Meint sie jedenfalls.
Mehr Anreize soll es für jene geben, die später in Rente gehen wollen und – natürlich – dafür dass man (frühzeitg) privat eine kapitalgedeckte Altersvorsorge betreibt! Merzen´s weise Worte sollten uns allen in den Ohren klingeln, wenn wir daran denken, was er damit in Wirklichkeit meint. Vermutlich denselben Scheiß, den uns Lindner mit seiner bescheuerten Aktienrente gerade unterjubeln will. Die zwar nichts bringt, aber wenigstens verhindern soll, das die Beiträge weiter steigen. Wir dürfen bei alle dem nicht vergessen, dass alles, was die Union nach einem Wahlsieg von uns will, unser geld ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ihr liegt nichts daran, die Renten zu sichern und schon gar nicht an einer Erhöhung, wie sie in fast allen Nachbarländern üblich ist. Aber hohe renten zwingen niemanden länger zu arbeiten, also kann das auf gar keinen Fall das Interesse der Union sein! Machen wir uns nichts vor, Wenn Merz die Wahlen in Deutschland gewinnt, sind wir hier genauso im Arsch, als wenn Trump die Wahlen in den USA für sich entscheiden kann!
Links:
- »Deutschlandtag« der JU in Halle (Saale) Merz will als Kanzler frühen Renteneintritt unattraktiver machen (Artikel auf spiegel.de vom 26.10.2024)
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