Überhaupt nicht, möchte man sofort angesichts dieser Frage und damit liegt man dann auch schon ziemlich nahe an der Realität. Das die FDP sich als „Partei der Besserverdienenden und Leistungsträger“ versteht, ist ja nicht erst seit Guido Westerwelle´s bahnbrechender Erkenntnis von der „sozialen Hängematte“, in der es sich die faulen und arbeitsscheuen deutschen Sozialschmarotzer so gern bequem machen. Auf Kosten der armen Reichen und Superreichen, versteht sich, die sich also vollkommen zurecht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung durch „Steueroptimierung“ und Steuerhinterziehung Verpflichtung zu entziehen pflegen. Da fühlt man sich unweigerlich an amerikanische Verhältnisse erinnert, in der jeder für sich und alle gegen jeden steht und wer sich eine soziale Absicherung für das Alter oder eine Krankenversicherung nicht leisten kann, der hat sie eben auch einfach nicht verdient. Was die Bildung und Aus- und Weiterbildung betrifft, ist Deutschland allerdings sogar dem Mutterland des Kapitalismus weit voraus. Eine so große Kluft zwischen arm und reich, findet man auch in den Staaten nicht. Oder einen solch fatalen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft bzw. Einkommen der Eltern und der Bildung und Ausbildung der Kinder. Schade eigentlich, und das sollte sogar die FDP verstehen, wie viel Potenzial dadurch verschenkt wird!
Das ist aber noch nicht alles. Von der FDP kommt ja auch der Vorschlag, die Rente zu privatisieren und durch eine sogenannte „Aktienrente“ die Absicherung für das Alter den Arbeitnehmern die Verantwortung dafür selbst aufzuerlegen. Man will die „Aktienkultur“ der Deutschen verändern, sagt man zumindest. Das klingt nicht so krass wie: „Is mir doch scheißegal, ob, wie und von was die im Alter leben können!“ „Aktienkultur“ hört sich so viel besser an. Vor allem, weil die meisten überhaupt nicht verstehen können, dass man sie mit dem Risiko allein lassen will. Der derzeitige Absturz der FDP erscheint in diesem Zusammenhang in einem ganz neuen Licht.
Es ist natürlich auch so, dass die FDP die Arbeitnehmer für schlicht zu faul zum arbeiten hält und daher die Absicherung durch Bürgergeld, Wohngeld und andere Unterstüzung für völlig überflüssig hält. Die Begründungen dafür sind abenteuerlich. Zu Beispiel die Unterstützung Bedürftiger bei den enormen Mietkosten. nach dem willen der FDP soll die Miete nur noch pauschal gezahlt werden und nicht mehr entsprechend den tatsächlichen Kosten. Zitat Christian Lindner) >Dann könnten die Menschen selbst entscheiden, ob sie sich besser eine kleinere Wohnung nehmen sollten oder (man lasse sich das so richtig auf der Zunge zergehen!) eine größere!< (Zitat Ende). Aber das war noch nicht alles. Dasselbe soll bei den Heizkosten gemacht werden, dann sollen auch die (Zitat Christian Lindner) >Heizkosten nur noch pauschal übernommen werden und nicht in tatsächlicher Höhe. Dann können die Bedürftigen (auch hier bitte genau hin hören!) selbst entscheiden, wie sie heizen wollten!< (Zitat Ende). Heißt auf gut Deutsch so viel wie: „Ihr könnt von mir aus unter der nächsten Straßenbrücke wohnen und ob ihr heizen könnt, interessiert mich sogar noch weniger als überhaupt nicht.“ Mit dieser Methode will Lindner Milliarden von Euro einsparen. Woher die Bedürftigen angemessenen (bezahlbaren) Wohnraum bekommen sollen, bleibt aber sein gut gehütetes Geheimnis. Ebenso wie eine „Wahl“, wie man in seiner Mietwohnung heizen können soll. Man hat die Heizung zu nutzen, die eingebaut ist und die kann man entweder „AN“- oder „AUS“-schalten!
Links:
- Politik – „Banales Bashing“ Sozialverband zerrupft Lindners Sparpläne beim Bürgergeld (Artikel auf n-tv.de vom
Hinterlasse einen Kommentar