Also mal ganz ehrlich. Wie kann die SPD es wagen, ein Wahlprogramm zu beschließen, dass den CDU-Kanzlerkandidaten derart schockiert? Was für eine Unverfrorenheit, solche Forderungen rauszuhauen? Eine Steuererhöhung für Spitzenverdiener ab einem monatlichen Einkommen von 15.000 Euro? Das heißt für Herrn Merz natürlich, es trifft die Leistungsträger der Gesellschaft und nicht die wirklich Reichen, oder wat? Ich persönlich denke ja, dass der Spitzenverdienst in der Tat so bei 15.000 Öcken anfangen dürfte, allerdings soll es Gerüchten zufolge in Deutschland gar Leute geben, die noch deutlich mehr auf ihre Konten gespült bekommen als der arme Handwerksmeister, der sich von den paar Kröten noch nicht einmal privat krankenversichern wird können, oder sogar an eine private Altersvorsorge denken kann! Wen interessieren da schon die unzähligen Millionäre, oder Milliardäre, die mit ihrem Vermögen locker den Schuldenberg Deutschlands stemmen könnten. Aber die zahlen ja bislang so gut wie keine Steuern, weil sie sich von gut ausgebildeten Steueranwält:Innen bei der „Steueroptimierung“ helfen lassen. Zweifellos gehört Herr Merz auch zu jenen Spezln, die ihre Taschen bis zum Rand voll haben, aber den Standpunkt vertreten, eine Solidargemeinschaft sei dann solidarisch, wenn viele Arme die Steuerlast der Reichen zahlen und nicht, wie der eigentliche Gedanke der Solidarität es fordert, dass starke Schultern eben einfach mehr tragen können, als schwache Schultern. Oder sehe ich das falsch?
Kein Wunder also, wenn er so schockiert ist. Es wäre allerdings besser gewesen, wenn es ihm auch gleich noch die Sprache verschlagen hätte, finde ich. Aber das wäre vermutlich zu viel des Guten gewesen. Und so konnte er schon heute verkünden, die CDU plane für ihr Wahlprogramm ebenfalls eine Steuerreform, aber ganz anders. Nix genaues kann er nicht sagen., Es sei noch „geheim“! Wahrscheinlich hat ihn der Vorschlag der SPD derart aus dem Konzept gebracht, dass er einfach schnell was zum Thema sagen musste, egal was und darum ist es auch „geheim“! So wie der ganze Rest des CDU-Wahlprogramms noch „geheim“ sein soll.
Dafür hat ihn Caren Miosga gleich mal zum Interview geladen und ihn zum SPD- Wahlprogramm befragt und auch da hat er sich empört und sein Veto eingelegt. Er mag es partout nicht einsehen, dass sich die SPD ein eigenes Wahlprogramm zu geben, anstatt sich auf die Interessen der CDU/CSU zu konzentrieren. Das haben sie Sozen schon viel zu lange gemacht und wie man an der Sonntagsfrage sieht, hat es sie an den Rand der Bedeutungslosigkeit gebracht. Allerdings dürfte dem Merzen auch klar sein, dass es ihm und seiner CDU (Gottseidank) nicht reichen dürfte, wenn die SPD nicht zu einer Koalition mit ihm bereit sein sollte. Dann kann er seine Führerträume vielleicht mit der AfD erfüllen, wenn Björn Höcke dem zustimmt. Aber so wie ich ihn einschätze, den Merz, dürfte ihm selbst das vollkommen egal sein, wenn er nur sein Haupt mit dem Lorbeerkranz im Kanzleramt krönen könnte. Also warten wir mal ab, was im CDU-Wahlprogramm zum Thema Steuerreform stehen wird! Angesichts der weisen Worte von Herrn Merz und seinem Glauben an die armen Leistungsträger der Gesellschaft, dürften einmal mehr höhere Steuern auf die Bürger zukommen, während die Besserverdienenden Handwerksmeister (und nicht nur die) mit deutlichen Entlastungen rechnen können.
Links:
- Politik – Kritik an der SPD-Steuerreform: Merz schockiert – Was Topverdiener befürchten müssen (Artikel auf fr.de vom 14.10.2025)
- TV-Kritik – Merz allein bei „Miosga“: In der BSW-Frage gerät er ins Schlingern (Artikel auf morgenpost.de vom 14.10.2024)
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