Gerade durften wir ja voller Begeisterung, und mit einem gewissen Erstaunen, die CSU unter ihrem „Granden“ Söder dabei beobachten, wie sie ihren Parteitag zelebrierten und sich selbst in der ihr eigenen Art beweihräuchterten. Aber irgendwie war es nicht ganz so wie sonst immer. Schließlich musste der Söderer himselfe und dann auch noch persönlich, eine heftige Niederlage einstecken, die sein zartes Ego auf gar empfindliche Weise zerknittert haben muss. Er, der sich selbst nicht nur für die Krone der bayrischen Schöpfung hält, sondern auch für den bestmöglichen Kanzler für Deutschland, musste sich mit Platz 2 hinter dem Vorsitzenden der deutlich größeren und bedeutenderen CDU zufrieden geben! Was für eine Schmach. Das dürfte er kaum verwunden haben. Und während wir noch intensiv überlegen, wie er es wohl dem Fritze Merz heimzahlen wird, denn es ist noch ein gutes Jahr hin bis zu den nächsten Bundestagswahlen, gibt er seiner Schwesterpartei bei seiner Grundsatzrede auf dem CSU-Parteitag schon gleich mal einen Tritt ans Schienbein mit, indem er erklärt, dass eine Koalition zwischen Union und Grünen überhaupt und gar nie nicht in Frage käme! Dabei muss auch ihm klar sein, dass es dazu im Zweifelsfall keine Alternative geben dürfte. Ohne eine im Bundestag vertretene FDP – und danach sieht es derzeit auf jeden Fall aus – hat die Union quasi keine Machtoption. Es sei denn, sie wäre bereit, sich mit der AfD in eine Koalition zu legen!

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. Eine Partei wie die CSU, die allein in Bayern überhaupt eine Bedeutung hat und die, sollte sie bundesweit antreten, vermutlich nicht einmal die 5%-Hürde schaffen würde, erklärt der CDU, die etwa 6 mal so groß ist, wie sie Politik zu machen hat? Typisch bajuwarischer Größenwahn, würd ich sagen wollen. Aber in diesem Unionstheater spielt die CSU die unrühmliche Rolle der FDP in der Ampel und das heißt in der Realität: 1. Versuchen die Pflöcke einzuschlagen, innerhalb derer die CDU sich zu bewegen habe, 2. das Streben nach möglichst vielen wichtigen Posten in einer eventuellen Regierung, und dann 3. die CDU ähnlich wie die FDP die Ampel, vor sich her treiben!

Während sich Söder also in seiner Rolle als alleinseligmachender großer Vorsitzender gefiel, zwar mit einer Rede, die deutlich hinter anderen zurückstand, die er schon gehalten hat, tummelte sich auch weitere „Prominenz“ am Rednerpult und erklärten dem Rest der Republik , gleich nach den Bayern, wie die Welt funktioniert, bzw. wie sie nach Meinung der CSU zu funktionieren habe. Da durfte natürlich auch Dobrinth nicht fehlen, ein bayrisches Urgestein, dem es gelungen ist, auf allen Gebieten auf denen man ihn in früheren Bundesregierungen eingesetzt hatte, kolossal zu versagen! Als Digitalminister? Totalversagen! Als Verkehrsminister? Konnte man absolut knicken. Aber er war sich nicht zu schade, die Bundesregierung zu beschimpfen! Es war schon sehenswert, wie er vor dem Mikrofon herumzeterte und dabei seine niedrige Stirn bis zum Rücken zur Schau trug!

Auch Merz war eingeladen, um sich den bayrischen Forderungen nach Macht und Einfluss zu beugen und gleich mal zu verstehen, wer in einer künftigen Bundesregierung die Hosen anhaben sollte. Und zwar krachlederne! Lassen wir uns überraschen, wie sich das Kasperletheater küntig weiter entwickeln wird! Es verspricht auf jeden Fall amüsant zu werden!

Links:

Hinterlasse einen Kommentar