Der Salzmann

Wer bei den letzten Bundestagswahlen seine Stimme der SPD gegeben hatte und damit Olaf Scholz, der konnte schon damals nicht zwingend davon ausgehen, dass Scholz der Partei voran schreiten würde, wie ein Salzmann. Im Gegensatz zu seinem Gegner von der Union, Armin Laschet, der sich vor allem durch peinliche Auftritte und falsche Worte zur falschen Zeit und am falschen Ort auszeichnete, war er allerdings eine gute Wahl. Für die Umstände war er nicht verantwortlich zu machen. Die hatte er von der Union übernommen. Ich erinnere an die damals schon kaputte Bundeswehr, die marode Infrastruktur, Steuerbetrug allenthalben und keine Konsequenzen, dann die Pandemie, die Klimakrise, der russische Angriff auf die Ukraine, alles Dinge, für die er nichts konnte.

Aber wir müssen auch sehen, dass wenn er eine Politik machte, gemeinsam mit seinen Koalitionspartnern, die sooo schlecht gar nicht war, wie man heute gerne tut, vor allem von Seiten der CDU/CSU (die unter dem Ego ihrer Spitzenleute Merz und Söder mehr leidet, als sie es behaupten!), oder gar der AfD (die sowieso keine Ahnung hat, was Politik ist und wie man sie erfolgreich betreibt!). Eines tat Scholz nie – irgendjemandem seine Politik erklären, oder gar tapfer fürbass schreiten und das Volk und/oder die Wähler dabei mitnehmen. Nee, lieber hüllte er sich in Schweigen und gab den coolen Kanzlermacker, während sich seine Koalition zerstritt und auf keinen grünen Zweig kam. Public Relations? No way! Und nun stellt sich die Ministerpräsident:In von Mc-Pomm hin und sagt, wenn die SPD nächstes Jahr bei den Bundestagswahlen punkten will, dann müsse er, Scholz, mehr „Vorangehen“, wohin auch immer.

Er hätte ja schon und er könnte ja auch, zum Beispiel in der Migrationsfrage und nun müsse er eben auch zu anderen Themen klare worte sprechen. Nun ist Scholz ja eben ein Nordlicht, mit dem Temperament einer Schlaftablette gesegnet und wenn ein Bürger zu ihm „Moin!“ sagt und er ihm mit „Moin!“ antwortet, dann sind solche Leute der Meinung, man habe sich erschöpfend ausgetauscht. Offenbar ist ihm bislang nicht klar geworden, dass die meisten Menschen in Deutschland eben keine Nordlichter sind und, was noch schlimmer ist, keine Hamburger. Und wenn ich mir so anschaue, wie der Herr Bundeskanzler bei Bürgersprechstunden da so rum steht und mit beiden Händen sein Mikro umklammert, während er es feste knetet, dann frage ich mich schon, was er glaubt für einen Eindruck damit zu erwecken. Sagt ihm aus seiner Truppe niemand, wie blöde das aussieht?

Ich bin auf einiges gespannt. Zumindest mal für die nächsten ein, zwei Monate. Bleibt die FDP in der Ampel, oder kneift sie den Arsch zu, wohl wissend, dass sie bei den nächsten Wahlen aus dem Bundestag fliegt, weil sie jeder für überflüssig hält? Was für Dinger wird sich Merz leisten, wenn er gegen Ausländer, Islamisten und Migranten im Allgemeinen schimpft und dabei versucht die AfD rechts zu überholen? Kann der Söderer im Königreich Bayern wirklich bis zur nächsten Wahl seine Schnauze halten? Fragen über Fragen und daneben steht Olaf Scholz, der weder sich noch den Bürgern seine Politik erklären kann oder will. Immerhin hat er ja einen Philosophen als Wirtschaftsminister. Vielleicht mag es dem gelingen. Obwohl, bei den Grünen ist man sich nicht sicher, ob die nicht lieber mit der CDU zusammen regieren wollen. Bei denen ist ja die Machtgeilheit auch schon auf einem Niveau angekommen, dass dem der FDP in praktisch nichts nach steht!

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