Kühnert tritt ab!

Völlig überraschend ist der SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert zurückgetreten. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagt. Genaueres ist nicht bekannt. Meiner Meinung nach ist einer der wenigen Sympathieträger der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Bord gegangen und hinterlässt eine große Lücke. Er war einer der wenigen, dem man zuhören konnte, wenn er redete, ohne dass einem sofort das Gesicht auf die Tischplatte fiel.

Seine Nachfolge tritt Matthias Miersch an, der dem linken Flügel der SPD zugerechnet wird. Wir dürfen durchaus gespannt sein, wie er sich als Generalsekretär schlägt. Kühnert, obgleich noch sehr jung, hinterlässt deutliche Fußabdrücke, die es zu füllen gilt!

Eines aber ist sicher. Das Gesicht der SPD hat mehr als nur einen Wechsel nötig, um der Partei einen Drive für die kommenden Bundestagswahlen zu bekommen. Aber das ist ja beileibe keine neue Erkenntnis. Wer der Meinung ist, Olaf Scholz sei der beste Kanzlerkandidat, den die SPD aufzubieten hat, der glaubt sicher auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Aber machen wir uns nichts vor. Die Aussichten, dass die SPD bei den nächsten Bundestagswahlen tatsächlich ein Wahlergebnis erzielen könnte, dass an das letzte heran käme, sind denkbar schlecht. Eher wird und das ist das Furchtbare bei der ganzen Sache, der Herr Merz als neuer Hanswurst der CDU/CSU den Wahlsieg nach Hause tragen. Wenn er bis dahin durchhält und ihm sein „Kollege“ Markus Söder nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht! Für die SPD sehe ich keine Chancen, gleichwohl man nicht behaupten kann, dass sie alles, wirklich alles schlecht gemacht hätte in der Ampel-Koalition. Zunächst erbte die Ampel das Desaster, dass CDU und CSU hinterlassen hatten (Infrastruktur, Bundeswehr, Gesundheitssystem, Migration, Wirtschaftspolitik, Steuerreform, Renten usw.) und dann hat sie ja auch noch die FDP an der Backe, die im Koalitionsvertrag alles versprochen und unterschrieben hatte, um nur ja an die Macht zu kommen und dann begann sie sich als Opposition innerhalb der Regierung zu betätigen, erpresste, log und verdrehte die Tatsachen, um sich zu profilieren. Was soll dabei am Ende rauskommen?

Aber, um beim Thema zu bleiben, mit dem Rücktritt von Kevin Kühnert, wird eine Lücke gerissen, die nur schwer zu schließen sein dürfte. Er hätte in kommenden Koalitionsverhandlungen eine bedeutende Rolle spielen können. Nun wird er die Politik der Zukunft nur vom Spielfeldrand aus betrachten können. Ich wünsche ihm alles Gute und eine rasche Genesung, was auch immer ihm gerade zu schaffen macht.

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